Anorexis, Adipositatis & Kakowskyopolis – Ausbrechertrio wider Willen

Hallo lieber Follower, nun wist ihr, dass ich als ehrliche Haut im griechischen Gefängnis gelandet bin. Ich habe zwar keinen Vergleich zu deutschen Gefängnissen, aber im großen und ganzen kann man es aushalten, wenn man keine Ansprüche stellt. Morgens sechs Uhr wecken, ein paar Oliven zum Frühstück, dann Sport im Hof. Ich bin ja nicht die Sportskanone, aber ich nutze die Gelegenheit mir etwas Fitness an zu trainieren. Wenn ich mir die stählernen Typen hier so anschaue, dann ist das nicht die schlechteste Entscheidung. Der Dimetreos zum Beispiel hat Oberarme so dick wie meine Oberschenkel, aber alle hier sind furchtbar nett zu mir. Na gut ich räume ihnen ja auch die Zelle auf und teile mein Essen mit Ihnen. Zwei Typen sind mir aber nicht ganz geheuer, die sitzen immer zusammen in der Ecke uns tuscheln und schauen mich so komisch an. Der eine ist so eine dünne Bohnenstange, aber wohl etwas heller im Kopf, der wird von allen nur Anorexis genannt. Der andere ich doch etwas sehr übergewichtig und etwas dümmlich und heißt bei den anderen Adipositatis. Ich habe laut gelacht, als ich zum ersten Mal deren Spitznamen hörte, hätte ich besser nicht getan, denn die beiden schienen etwas zu wittern und haben mich mal eben in einer Ecke zusammen gefaltet und ich solle schön vorsichtig sein, wenn ich keinen Ärger haben will. Okay, die Lektion habe ich kapiert und halte mich von den Gestalten fern.

Das Essen war ganz okay, aber das Highlight gab es dann immer am Montag. Wie ich erfahren habe, gibt es hier auf der Insel eine Aktion zur Vermeidung von weggeschmissenen Essen. Dabei spenden die Touristenhotels die übrig gebliebenen Speisen an bedürftige Einrichtungen, so auch an das Gefängnis. Montags gab es dann die herrlichen Spezialitäten der griechischen Küche: Moussaka, Gyros, Kalamaris, Tsatsiki und auch Souvlaki. Eigentlich ist das ja eine tolle Aktion und wir kommen zu leckerem Essen, aber bei einer Sache sollten die Gefängniswärter sich noch einmal Gedanken machen. Kaum habe ich es gedacht, war es auch schon passiert. Anorexis und Adipositatis zogen ihre Metallspieße aus den Souvlaki und gingen auf die Wärter los. Die ließen sich nicht wirklich beeindrucken und zogen ihre Waffen, also änderten die beiden ihren Plan und nahmen mich in ihre Mitte und hielten mir die Spieße an den Hals. Sie forderten einen vollgetankten Fluchtwagen, sonst würden sie mich abstechen. Anscheinend war ich den Wärtern wohl irgendwie wichtig, denn innerhalb von Minuten stand ein Wagen bereit. Adipositatis verfrachtete mich in den Kofferraum und dann gaben die beiden auch schon Gas. Ich wurde ordentlich durchgeschüttelt und ich versuchte mir zu merken wie viele Rechts- und Linkskurven es waren, damit ich mir den Weg einprägen konnte. Bei den ganzen Serpentinen war da aber nicht daran zu denken und als es dann auf eine Schotterpiste ging, stieß ich mir den Kopf so schwer an, dass ich das Bewusstsein verlor. Ich kam erst wieder zu mir, als Anorexis mir einen Eimer mit eiskalten Wasser über den Kopf schüttete und brüllte: „Raus jetzt und dort in den Schuppen“. Meine Einwände und Fragen wurden nicht beachtet.

Mit mir wurde so gut wie gar nicht gesprochen, aber immerhin konnte ich so einige Fakten aus deren Gespräche entnehmen. Wir befanden uns wohl in einem alten Bauernhaus, na ja Hütte oder Stall traf es wohl eher. Die beiden wollten sich über das Lybische Meer nach Afrika absetzen. Mich wollten sie hier zurück lassen und der Polizei einen Tipp geben wo ich zu finden wäre. Nicht aus Barmherzigkeit, sondern weil ich dann als ein Mittäter wieder im Gefängnis landen würde, weil ich die Flucht angeblich mitgeplant hätte. Ich fragte mich, wieso sich die beiden immer auf Deutsch unterhielten, dabei stellte sich dann heraus, das Anorexis ein Grieche war und von Deutschland wegen schwerer Straftaten abgeschoben wurde. Adipositatis war Türke und beide hatten lange in Deutschland zusammen im Bergbau gearbeitet. Jetzt wollten Sie in Afrika ihr Glück als Kriminelle Einwanderer probieren.

Wir ernährten uns von Ziegenfleisch und Gemüse, was die beiden bei den Bauern der Umgebung stahlen. Ich musste dann versuchen etwas Schmackhaftes daraus zu zaubern und ich finde es ist mir gelungen, mir schmeckte es jedenfalls. Nachts hielten die beiden abwechselnd Wache und wie meistens schlief Adipositatis nach zehn Minuten ein. Dieses komische Geräusch hörte ich als erster und als ich erkannte, dass es ein Hubschrauber sein musste, wachten auch die anderen beiden auf. So schnell habe ich die beiden noch nie gesehen, sie sprangen in ihr geklautes Auto und rasten davon. Ich hörte Polizeisirenen in der Ferne und auch Schüsse fielen. Ich bekam es mit der Angst und machte mich zu Fuß auf den Weg über das Dikti Gebirge. Von Angst getrieben, dass ich als Ausbrecherkönig wieder im Gefängnis landen könnte, beschloss ich in den einsameren Osten der Insel zu gehen. Dort kam ich dann nach tagelanger Wanderung auch an und suchte mir einen versteckten Unterschlupf um über meine nächsten Schritte nachzudenken.

Davon erfahrt ihr dann schon bald, also bleibt mir treu und bis dahin euer Kakowskyopolis

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Der Stein des Anstoßes, die minoische Säule oder Mutters Wünsche gehen vor!

Das Leben hält oft einen anderen Weg für uns bereit, als wir denken. Ich weiß, ihr habt mich vermisst, aber im letzten Jahr hatte ich andere Sorgen oder besser gesagt ich durfte keine Spuren hinterlassen, sonst hättet ihr nie wieder etwas von mir gehört. Aber der Reihe nach …

Ich weiß nicht, ob ihr euch noch daran erinnert, daß mein Chef mich rausgeschmissen hat. Auf jeden Fall hatte ich ab dann ja viel Zeit, und meine Mutter wollte immer schon die Wohnung renoviert haben. Da sind wir dann von Flohmarkt zu Flohmarkt getingelt und haben fürs Esszimmer neue Stühle gekauft. Meine Mutter ist der festen Überzeugung, dass es sich um Mennonitische Stühle handelt und passend dazu wollte sie dann einen Glastisch mit einer dicken minoischen Säule darunter. Ich habe ihr versucht zu erklären, dass es sich dabei um zwei unterschiedliche Stile handelt, aber wie immer hatte ich keine Chance und sie meinte nur: „besorg mir so eine Säule, aber kein Trödel, sondern antik! Ich besorge schon mal die Glasplatte.“

Ich habe mich nicht lange gewehrt, denn ich sah die Chane auf wochenlangen Urlaub auf Kreta und das ganz ohne meine Mutter und auf Kosten meiner Mutter. Im Internet habe ich dann auch schnell günstige Flugtickets für 29,00 € gefunden und sofort gebucht. „Ab in den Urlaub“ habe ich nur gedacht und schon war ich auf der Insel der Götter, wie passend. Das Hotel war dann leider nicht so toll, aber was solls, die Strände und die Berge haben alles wieder wett gemacht. Nervig waren nur die dauernden Anrufe meiner Mutter, wann ich denn endlich diese Säule mit nach Hause bringen würde.

Also gut, ich habe mich dann erstmal auf den Weg nach Knossos gemacht und mir die original Säulen angeschaut, nichts besonders, einfach nur rund, klobig und ein bisschen bemalt. Ich habe aber vorsichtshalber ordentlich Maß genommen. Die Aufsicht schaute schon etwas komisch und sagte immer wieder „Don’t touch“. Hier konnte ich dann wohl keine Säule abstauben und so habe ich mein Glück in den Souvenierläden gesucht, aber die hatten nur so billige Kopien. Da kam mir dann der Geistesblitz. Diese Insel hat mehr Steine, als ihr gut tut und so habe ich mir Hammer, Meißel und Pinsel und Farbe besorgt und bin für ein paar Tage in die Berge verschwunden. Was soll ich euch sagen, im handumdrehen hatte ich eine perfekte minoische Säule fabriziert und schöner als die Originale, ganz ohne abgeplatzte Farbe.

Stolz habe ich meiner Mutter, nach einer weiteren Woche Badeurlaub, von der Säule berichtet, die ich angeblich bei einem Bauern im Hinterland im Schuppen gefunden habe. Ihr hättet mal hören sollen wie glücklich sie war und ich war der beste Sohn der Welt und sollte bitte umgehend zurückkommen, denn sie hatte schon die passende Glasplatte für den Tisch beim Glaser in Auftrag gegeben.

Ich konnte ja auch nicht für ewig auf dieser Insel bleiben, habe ich gedacht, aber es kam schon wieder ganz anders.

Kurze Zeit später hatte ich dann auch einen Spediteur gefunden der bereit war die Säule nach Deutschland zu bringen, denn im Handgepäck hätte ich die nicht mitbekommen. Ich musste nur noch die Sache mit dem Zoll klären, aber das sollte innerhalb der EU ja kein Problem sein. Im Hafen von Iraklion gab es eine Zollstation und so habe ich mich zu den freundlichen Beamten der griechischen Insel begeben und mein Anliegen vorgebracht. Mein Griechisch aus der Schulzeit half mir nicht wirklich weiter und auch auf Latein ging es nicht, aber ich meine verstanden zu haben, dass innerhalb der EU keine Zollgebühren für nachgemachte minoische Säulen anfallen. Ich habe den Beamten dann als Dank ein dickes Trinkgeld zugesteckt (die haben es ja auch alle nicht so leicht in der derzeitigen Finanzkrise).

Jetzt konnte ich mir noch ein paar nette Tage mit Xanthippe, der netten Frau aus dem Souvenierlädchen machen. Wir sind Essen gegangen und haben uns den Sonnenuntergang am Strand angeschaut. Ich habe sie zwar nur teilweise verstanden, aber es war eine wunderbare Zeit. Sie schien sich sehr für meine minoische Säule zu interessieren und so erzählte ich ihr von meiner künstlerischen Ader und dem tollen Ergebnis. Am Abend habe ich dann noch meinen Koffer gepackt und mich zufrieden ins Bett gelegt.

Irgenwann in der Nacht, zumindest war es noch nicht hell draußen, klopfte es an meine Zimmertür und irgendein wildes Gemurmel war zu vernehmen. Als ich öffnete stand dort Xanthippe mit zwei uniformierten Männern vor mir. Wild gestikulierend und auf mich zeigend redete sie auf die Beamten ein. Ich verstand nichts, bis der eine Beamte in gebrochenem Deutsch zu mir sagte: „Herr Rudolph Kakowsky festgenehme dich wegen Schmuggel von Kulturguter“. Schwupps und da war die Mausefalle zu. Alles Erklären half nicht weiter, denn die konnten oder wollten mich nicht verstehen. Nach einer halsbrecherischen Fahrt im Polizeiauto wurde ich im Gefängnis von Neapoli (nein, nicht Neapel) untergebracht.

Als ich endlich begriffen hatte, warum ich inhaftiert wurde, konnte ich es kaum glauben. Dem Untersuchungsrichter habe ich dann versucht die ganze Geschichte auf Englisch zu erklären, da kein Dolmetscher zur Verfügung stand. Ich glaube auch er wollte mich nicht verstehen. Ich saß also wegen der menoischen Säule meiner Mutter auf Kreta im Gefängnis. Bei Schmuggel von antiken Dingen verstehen die alten Griechen überhaupt gar keinen Spaß.

Ich konnte genau einen Anruf tätigen und den verschwendete ich an meine Mutter, damit sie mir einen Anwalt schicken konnte. Nur zu dumm, dass meine Mutter mal wieder so viel erzählt hat, dass ich nicht zu Wort kam. Von Tante Hildegard und Onkel Walter, von Frau Weber und deren Neugier auf die neue Einrichtung und, und, und.
Was soll ich sagen, ich sollte solange in Untersuchungshaft bleiben, bis die Experten die Säule (mein Handwerksstück) zweifelsfrei untersucht haben und die Wahrheit auf den Tisch kommt. Leider sind so Wissenschaftler eher gründlich als schnell (im Grunde gut, nur nicht für mich) und ich musste Tage in meiner Zelle ausharren, bis …

… upps, soviel schon geschrieben, die Fortsetzung gibt es dann in einer der nächsten Geschichten. Und lasst bloß die Finger von Frauen, die Xanthippe heißen.

Euer Rudi, bald sehen wir uns wieder!

Ich lebe noch …

Hallo liebe Follower!

Ich weiß, ich habe euch vernachlässigt, aber das Leben spielt manchmal anders, als man es erwartet. Da ich aber gesehen habe, das der neue Netzworkingkurs angefangen hat und meine Seite als Beispiel hinterlegt wurde, werde ich versuchen euch wieder öfter auf dem laufenden zu halten. 

Vielleicht erzähle ich euch auch demnächst, warum ich so lange abwesend war. Also von der Sybille, meinem Rauswurf aus der Bücherei, der großen Versöhnung … Vielleicht! 

Wie ‚Men in Black‘ die Krippe rettete

Wenn zwischen Maria und Joseph nichts mehr läuft!

Das Fest der drei heiligen Könige ist vorbei und ich habe mich daran begeben die Krippe abzubauen und da passierte es. Der Verkündigungsengel teilte mir mit, er habe keine Lust mehr und würde beim nächsten Mal nicht mehr mitspielen. 2017-01-10-20-54-50Er hat die Nase voll Marie jedes Jahr aufs Neue zu überzeugen, dass nicht Joseph daran schuld ist, dass sie schon wieder schwanger ist. Er werde sich ab sofort auf Wolke Siebe zurückziehen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Na gut dachte ich bei mir, auf den können wir ja vielleicht auch verzichten, sein Kleid war sowieso ganz schön schmuddelig. Doch dann fingen auch noch die Hirten an zu meckern, Sie hätten mit der Gewerkschaft gesprochen und sehen es nicht mehr ein, die ganzen Feiertage, ganz ohne Bezahlung, Dienst zu schieben, nur um darauf zu warten, dass da irgendwo im Stall ein Kind geboren wird. Schließlich muss so eine Schafzucht ja auch rentabel bleiben und immer gäbe es Ärger mit ihren Frauen, die ihnen nicht glauben wollten, dass sie nicht wieder betrunken am Lagerfeuer eingeschlafen seien.

2017-01-10-20-55-43Und damit sind wir dann auch schon bei den Tieren, der Esel klagte über seine alten Knochen und Maria wäre ja auch nicht gerade ein Leichtgewicht mit ihrem dicken Bauch. Der Ochse hat es satt immer nur im Stall liegen zu müssen, und wieso er für diesen Job sein schönes Leben als Stier aufgeben musste, wollte er auch noch wissen. Die Schafe meckerten nicht, sind ja auch keine Ziegen!

Dann habe ich versucht Maria und Joseph in ihren Karton zu legen, aber Maria weigerte sich mit Händen und Füßen. Ab sofort möchte sie eine eigene Box, denn der Joseph, könnte ja nicht seine Finger bei sich behalten. Und nach über 2000 Jahren hat sie absolut keine Lust mehr schwanger zu sein, auch wenn der Engel immer behauptet, dass der Joseph da gar nichts mit zu tun hat. Und Joseph meinte nur, dafür, dass er seit Jahren mit einem untergeschobenen Kind leben müsse, dürfe er ja auch wohl etwas Spaß verlangen.

Das Kind in der Krippe hatte nichts zu nörgeln, aber in dem Alter kann man sich ja auch noch nicht richtig artikulieren.

Die drei „Heiligen“ Könige sind dieses Jahr gar nicht erst gekommen. Sie haben nur eine E-Mail geschickt und meinten, die lange Anreise würde sich nicht lohnen, wenn sie schon wenige Tage später wieder im Karton landen würden. Und Außerdem wäre die Stimmung im Land ja auch nicht gerade einladend für Menschen aus dem Morgenland.

2017-01-10-20-55-19Lange habe ich auf alle eingeredet und ihnen versucht klar zu machen, welche Bedeutung sie doch alle für die vielen Menschen hätten. Nichts, keine Chance …

… ich habe mir dann per Internet so ein Gedächtnis-Blitzdings, so einen Neuralisator von den ‚Men in Black‘ bestellt und alle liegen nun zufrieden in ihren Kartons und werden nächstes Jahr wieder friedlich zusammen an der Krippe stehen.

Jetzt bin ich erstmal fertig mit den Nerven,

euer Rudolph Kakowsky

Die Italienische Reise! (von Johann Wolfgang von Kakowsky)

Heute will ich euch mal erzählen, wie ich nach Italien kam und zum Dichter wurde!

20160908_115120Es war mal wieder Zeit für mich in den Urlaub zu gehen, da ich völlig überarbeitet war. Also fragte ich mal so in die Runde meiner Facebook-Freunde, wohin man denn so reisen könnte, um sich mal so richtig zu erholen. Ein Kollege riet mir dann an den Gardasee in Italien zu fahren. Abenteuerlustig wie ich nun mal bin, waren die Koffer schnell gepackt.

Auf dem Schreibtisch meines Chefs lagen gerade seine Autoschlüssel und da er ja beruflich sowieso alles Mögliche verleiht, nutze ich die Chance und lieh mir seinen Wagen und schon konnte es losgehen.

Leider war der Tank nicht mehr voll, hätte ich mir ja auch denken können, bei diesem Knauserkopf von Chef. Da meine finanziellen Mittel zur Zeit etwas knapp waren, habe ich dann auf Sparen gesetzt. Bei einer Mindestgeschwindigkeit von 60 km/h auf Autobahnen kann man bei gleichmäßiger und ruhiger Fahrt den einen oder anderen Liter Sprit sparen. Also brauchte ich rein rechnerisch für die 1010 km zirka 16,83 Stunden. Laut Empfehlung sollte man aber alle zwei Stunden eine Pause einlegen und so habe ich dann, schön brav wie ich bin, immer eine halbe Stunde Pause eingelegt und brauchte dann nochmal 4 Stunden mehr. Die meisten Autofahrer waren sehr freundlich und haben mir zugewunken, während sie mich überholt haben. Kannte zwar diesen neumodischen Gruß mit dem ausgestreckten Finger nicht, aber ich habe einfach mal lächelnd erwidert.

Unter dem Motto „Eile mit Weile“ kam ich dann auch in Österreich an und stellte erstaunt fest, dass ich gar nicht auf den Autobahnen fahren durfte, ohne zu bezahlen. Da habe ich mich dann kurzer Hand für die Landstraßen entschieden. Herrlich diese Landschaft, die sieht man ja gar nicht richtig, wenn man so rast. In Italien war es dann so weit, ich musste tanken! Zum Glück hatte ich daran gedacht meine italienische Lira, die ich noch von meiner Schulfreizeit vor Jahren gespart hatte, einzustecken. Der Tankwart schaute mich ziemlich komisch an und versuchte mir zu erklären, dass er die Lira nicht wollte. Ich kann das ja verstehe, dass die auch an der harten Währung, wie dem deutschen Euro, interessiert sind und ich habe mich dann erweichen lassen und von meinem knappen Budget ein paar Scheine springen lassen.

Nach etlichen weiteren Kilometern kam ich dann durch die Dolomiten und war erschlagen von der monumentalen Kraft des Gesteins. Das Fahren war dann schon ziemlich abenteuerlich, die Italiener fahren ja einen ziemlich rasanten und riskanten Reifen, besonders bei diesen vielen Serpentinen. Im Rückspiegel konnte ich auch gar nicht mehr das Ende der Autos hinter mir erkennen, bei einer Haarnadelkurve hatte ich dann einen herrlichen Blick auf diese Prozession von Autos, die sich hinter mir den Berg hinaufarbeitete.

20160908_115146Ganz plötzlich nach einem weiteren Berg, eröffnete sich mir der Blick auf den Gardasee. Sagenhaft, herrlich, traumhaft, atemraubend! Ich war angekommen und mein erster Weg führte dann auch direkt ans Wasser und hinein.

Legte mich dann anschließend erstmal in die Sonne und war sofort eingeschlafen, gegen Abend wurde ich dann von einem Carabinieri geweckt und auf fast guten Deutsch erklärte er mir, dass ich dort am Strand nicht nächtigen könne. Dafür hatte ich natürlich Verständnis, denn wenn das jeder machen würde, dann wäre es ganz schön voll und gar nicht mehr so romantisch. Also machte ich einen Kassensturz und stellte fest, dass mir für ein Hotel kein Geld mehr blieb, denn ich brauchte ja noch etwas für den Sprit für die Rückreise. Na gut, ich war ja nun doch erstmal ausgeschlafen und so konnte ich mir dann das Hotel für diese Nacht sparen.

Ihr könnt es nicht wissen, aber ich bin ja im Grunde so ein richtiger Naturbursche und liebe das Wandern. Um Sprit und Geld zu sparen, ließ ich den Wagen auf einen kostenlosen Parkplatz stehen, packte meinen Rucksack und machte mich auf die Gegend zu erkunden. Von dem schönen Riva ging es dann am Ufer des Gardasees Richtung Limone. Ufer ist gut, da die Berge direkt ins Meer fallen, bin ich dann auf der Straße etwas höher gewandert, besonders in den vielen Tunneln war es doch sehr abenteuerlich mit dem rasanten Autoverkehr.20160907_110425

Dafür wurde ich dann in Limone von einem bezaubernden Städtchen erwartet, wenn nicht die ganzen Touristen dort gewesen wären, dann hätte man es richtig genießen können. Gegen Abend habe ich mir dann das letzte Boot gegönnt und bin auf die andere Seite nach Malcésine gefahren. Als es dunkel wurde habe ich mir eine kleine Bucht gesucht und dann unterhalb der Burg am Ufer übernachtet (keine Carabinieri diesmal).

Italien ist ja irgendwie das Land wo Milch und Honig fließen, denn überall entdeckte ich reife Früchte, von denen ich mich mehr als gut ernähren konnte. Die vielen Brunnen mit frischem Wasser taten ihr Übriges.

 

Am Morgen machte ich mich dann, nach einem erfrischenden Bad im See, schon ganz früh auf. Auf meinem Plan stand heute der Monte Baldo. Was soll ich sagen, es war scheiß (entschuldigt die Wortwahl) anstrengend! Auf dem Gipfel angekommen, waren dort schon wieder überall Touristen, die bequem mit der Seilbahn gekommen waren. Ein nettes junges holländisches Pärchen wurde dann auf mich aufmerksam, ich sah wohl irgendwie erschöpft aus. Die beiden boten mir dann an, mich in ihrem Auto mitzunehmen.

Irgendwie roch es in dem Wagen ziemlich komisch und mir wurde auch ganz schwummerig, lag bestimmt daran, dass die beim Rauchen die Fenster nicht aufmachen wollten. So bekam ich dann auch nicht mit, das wir plötzlich in Rovereto waren, das lag jetzt nun nicht mehr direkt am See.

Ich nutzte die Chance und machte mich auf die Stadt zu erkunden und was soll ich sagen, nicht zum ersten Mal entdeckte ich unseren lieben Herrn Goethe. Der Mann ist damals auch schon ziemlich rumgekommen.20160908_112848

 

Nach einer Nacht im Stadtpark musste ich dann irgendwie wieder zurück an den Gardasee kommen. So wanderte ich durch die Täler und entdeckte viele kleine Dörfer, die ich sonst wohl nicht gesehen hätte.

In Torbole kam ich dann wieder an den See und fühlte mich irgendwie heimisch, der Lago di Garda hatte es mir irgendwie angetan. Torbole scheint nicht nur dem Goethe gefallen zu haben, heute ist es wohl ein Treffpunkt für Windsurfer und Mountainbiker.

In der Stadt hatte ich dann ein urkomisches Erlebnis. Ich saß da so auf einer Parkbank und beobachtete einen verkleideten Straßenkünstler, der die Touristen belustigte. Ein deutsches Ehepaar im fortgeschrittenen Alter stand nicht weit entfernt und die Frau versuchte ein Foto von dem Clown zu machen, der kam mit ausgestreckter Hand auf die Frau zu und rief immer wieder „high five, gimme me high five“. Der Ehemann ganz erschrocken, zog an seiner Frau und schimpfte auf sie ein, „du siehst doch, dass der Mann nicht fotografiert werden will“. Ich lachte mich innerlich kaputt, da ich ja mit meinem Englisch verstand, dass der Künstler für ein Foto 5 Euro wollte. Nur gut, wenn man Fremdsprachen versteht.

 

20160909_183510Am folgenden Tag wanderte ich nach Arco, denn dort interessierte ich mich für eine Burgruine, die über der Stadt thronte und die ich schon am ersten Tag aus der Ferne gesehen hatte. Alte Gemäuer ziehen mich irgendwie immer magisch an (warum muss ich jetzt gerade an die Frau Müller-Liebelein denken?) und ich wurde nicht enttäuscht. Die Ruine selber war sehr beeindruckend, aber der Blick über das Tal zum Gardasee war noch imposanter. Die Nacht verbrachte ich dann im Gefängnis.

 

Ja, ihr habt richtig gelesen, aber bestimmt habt ihr schon wieder die falsche Vorstellung. In der Burgruine gab es nämlich auch eine Zelle, die man besichtigen konnte. Da es da trocken und warm war, habe ich kurzer Hand beschlossen, dort zu schlafen. Ich musste nur aufpassen, dass mich das Personal nicht fand. Irgendwie bin ich doch ein Glückspilz, denn an dem Imbiss an der Kasse, lag noch eine verschlossene Packung dieser typischen italienischen Brotstangen herum und so hatte ich ein herrliches Abendessen mit Feigen und Bort. Der Sonnenuntergang war wunderschön und da ich früh wach wurde, war auch der Sonnenaufgang einfach eine Seelenmassage. So gestärkt wanderte ich dann von der Burg durch die Olivenhaine in den Bergen von Arco zurück nach Riva del Garda.

 

In Riva angekommen war dann mein ganzes Glück mit einem Schlag vorbei. Das Auto war weg!!! Ja, ihr habt richtig gelesen: Auto futschikato!

Damit hatte ich natürlich nicht gerechnet und wie sollte ich das der Polizei erklären, es war ja nicht mein Auto, aber was sollte ich machen, ich konnte meinem Chef ja nicht sagen, dass sein Auto jetzt der italienischen Mafia gehört. Also habe ich mich aufgemacht zur nächsten Polizeidienststelle und habe dem Carabinieri erklärt was vorgefallen ist. Also Auto „GELIEHEN“, Urlaub gemacht, zurückgekommen, Auto weg!

Der Beamte redet in Italienisch auf mich ein und ich verstand kein Wort und dann telefonierte er kurz und machte mir deutlich, dass ich hier warten müsse. Nach einigen Stunden und einigen Espresso, die ich spendiert bekam, ging plötzlich die Tür auf und ihr glaubt nicht, wer dort vor mir stand: Mein CHEF!

 

Komisch war nur, dass der so gar nicht sauer und stinkig auf mich war. Ich erklärte ihm, dass ich den Wagen ja nur geliehen hätte und er erwiderte nur etwas von Leihgebühren, die meine Mutter beglichen hätte. Ich fürchte schlimmes, wenn ich nach Hause komme.

Auf jeden Fall hat der Wagen wohl im Halteverbot geparkt und die Polizei hat den Halter ermittelt und so ist es dann wohl rausgekommen.

 

img_20160905_163156Mein Chef meinte nur, dass er nun auch mal Urlaub machen könne, wo er schon hier ist. Mir besorgte er ein kleines Zelt und etwas Proviant und kutschierte mich hinauf zum Lago di Tenno. Dort ließ er mich zurück und ich solle doch mal über alles nachdenken und wie es in Zukunft mit mir weitergehen sollte. Also campierte ich drei Tage in den Bergen, an dem wohl schönsten See der Welt. Mir wurde so einiges klar und ich sinnierte über das Leben. Lange Rede, ich beschloss es nun so zu machen, wie der alte Goethe: Reisen, Leben und Dichten. Ein  Werk habe ich dann auch direkt schon am See verfasst.

 

20160906_132944Nun kommt aber immer auch die Zeit, wo es zurück geht in die Heimat. Nach drei Tagen holte mein Chef mich wieder ab (der sah irgendwie braungebrannt und vollgefressen aus) und wir machten uns auf die Heimreise. Unterwegs erzählte ich ihm lang und breit, dass ich nun Dichter werde und er könne gerne mein Management übernehmen. Er verdonnerte mich nur zu kostenlosen Lesungen in der Bücherei und lachte dabei etwas zu laut.

 

An einer Raststätte machten wir halt und legten eine Pause ein. Mein Chef gab mir sein Smartphone damit ich meine Mutter anrufen konnte, dass wir bald zurück sind. Dank dem Navi auf dem Gerät konnte ich ihr dann auch genau sagen wann. Während ich dann noch schnell eine menschliche Notdurft verrichtete, erschallte aus dem Smartphone eine laute Stimme „kein GPS-Signal empfangen!“ Ich habe mich ziemlich erschrocken und mir dann gedacht, ob ich wohl gerade in ein Funkloch geschi… habe. (Ihr wisst schon).

 

Wohlbehalten bin ich nun zurück und kann euch heute von meiner Italienreise berichten. Fragt sich nur, ob ich auch jemals Urlaub ohne meinen Chef machen kann.

 

Euer Rudolph (von) Kakowsky

Kakowsky goes USA and understands only ‚Railwaystation‘

Hallo Ihr lieben Follower,

ich habe ja meinen Chef in seinem Urlaub in Kentucky beobachtet, weil mich seine Mitarbeiter darum gebeten hatten. Die hatten echt Sorge, dass er dortbleiben würde und die Anzeichen waren ja auch da. Wie ich aber bei Facebook entdeckt habe, ist er wieder zurück bei der Arbeit.

An sich wollte ich ja auch schon zurück sein, aber es gab da so einige Probleme bei der Ausreise. Also der Reihe nach:

Als ich gesehen habe, dass mein Chef zurück in Deutschland ist, habe ich meine sieben Sachen gepackt und mich auf zum Flughafen gemacht. Direkt zum Ticketschalter um den nächsten Flug nach Deutschland zu ergattern, war gar nicht so einfach einen passenden zu finden. Als ich dann endlich einen Flug von Cincinnati nach Chicago nach New York nach London nach Frankfurt und dann nach Münster bekommen konnte, zückte ich meine Kreditkarte (wie man das so macht in den USA) und wollte die 2.563 $ bezahlen. Irgendetwas schien aber nicht zustimmen, denn die nette Dame am Schalter meinte nur zu mir: „just a second, I will check something for you, I’ll be right back“. Irgendwie kam mir das komisch vor, aber was sollte ich machen, die Dame hatte ja meine Kreditkarte und so musste ich wohl warten.

Die Schlange hinter mir wurde immer länger und ich wurde doch etwas nervös, obwohl mich ja sonst nicht wirklich etwas aus der Ruhe bringt. Der Herr, der am anderen Schalter bediente konnte mir auch nichts sagen und dann ohne eine Vorwarnung lag ich auf dem Boden und mindestens fünf Cops knieten auf mir und legten mir Handschellen an. Ich war total perplex und verstand die Welt nicht mehr. Sie schrien mir ins Ohr: „Don’t move (wie denn auch), you are under arrest!“ Meine Englischkenntnisse waren auf einmal wie vom Winde verweht und ich verstand nur noch „Railwaystation“.

Die Beamten schleppten mich in eine kleine Kammer (wie im Film), mit verspiegelten Glasscheiben, einem Tisch und zwei Stühlen. Ich erfuhr, dass meine Kreditkarte von den US-Behörden gesperrt wurde und dass ich während der ganzen Zeit meines Aufenthalts beobachtet wurde. Sie wollten wissen, warum ich meinen Chef beobachtet habe und ihm überall hin gefolgt war, was es mit den Abhörgeräten auf sich hat, und und und … Zum Schluss fragten sie mich dann: „Are you a German Terrorist?“ und da ich gar nicht alles so schnell begreifen konnte, sagte ich ja klar. (Ich hatte aber auch verstanden ‚Are you a German Tourist‘).

So landete ich dann nicht in Münster auf dem Flughafen, sondern im „Jail“, für alle die nicht wissen was das ist: IM GEFÄNGNIS – Ich, Rudolph Kakowsky, der liebenswürdigste Mensch, der keiner Seele etwas zu Leide tun kann, saß im Knast mit all diesen muskelbepackten und tätowierten Gestalten. Da ich ja weiß, dass man sich am besten ruhig und freundlich in dieser Umgebung verhält, habe ich dann auch schnell Freundschaften geschlossen und was soll ich sagen, einer von diesen ‚laufenden Bilderbüchern‘ konnte sogar Deutsch. Er wurde von den anderen immer nur ‚Jo – the bullet‘ genannt, ich weiß bis heute nicht warum. Auf jeden Fall hat Jo mir geholfen den Beamten zu erklären, warum ich in den USA bin und was das für eine Geschichte mit meinem Chef war.

Nach gefühlten zwei Jahren, wurde ich dann auch mit einer offiziellen Entschuldigung entlassen.20160526_145932 Bis es aber soweit war habe ich dann noch schnell die Gefängnisbücherei neu strukturiert, denn man will ja einen guten Eindruck hinterlassen. Seit gestern bin ich nun wieder daheim bei meiner Mutter, die mich ganz entgeistert angeschaut hat. Sie sagte nur: „Wo kommst du denn her, ich dachte, du wärst ausgezogen“. Jetzt liege ich im Gästezimmer im Keller auf meinem Bett (denn mein Zimmer ist in der Zwischenzeit vermietet worden) und überlege wie es so weitergehen soll.

Bis die Tage, Euer Rudolph Kakowsky

 

Die Rache meines Chefs und Spitzenwäsche!

20160421_171045Hallo Ihr lieben Follower,

wie versprochen kommt hier mein Bericht von meinem Trip nach Göteborg.

Vorweg erstmal: Göteborg hat nicht wirklich etwas mit unserm Goethe zu tun und ihr könnt mir glauben, ich habe überall nach Spuren gesucht!

Mein Chef musste mich ja mitnehmen, da ich ein Geheimnis weiß, was ihn in Schwierigkeiten bringen würde, wenn ich es an passender Stelle erzählen würde (Ihr wisst schon, die Sache mit den Booten).

Also ich durfte mit nach Göteborg, aber ich habe nicht gewusst, dass die gesamte Verwandtschaft von meinem Chef auch mit dabei sein würde. In Kiel ging es dann an Bord der Stena Line, da ich ja keine Kabine hatte, habe ich kurzerhand meinen Chef zu seinen beiden Nichten in die Kabine verbannt und hatte somit eine tolle Außenkabine mit einem herrlichen Blick aufs Wasser.

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Ritz Hotel 😀

Auf keinen Fall wollte ich die ganze Zeit mit meinem Chef abhängen, deshalb habe ich mich dann auch mal in einem anderen Hotel eingebucht. Das tat mal gut so richtig verwöhnt zu werden. Ich hatte ja zum Glück noch genug Erspartes aus Leipzig und so hatte ich ein paar wundervolle Tage.

 

Bei einem Spaziergang durch die Stadt traf ich dann doch wieder auf meinen Chef und er bat mich zu einem Gespräch mit ihm zu kommen. Irgendwie war mir das gar nicht geheuer, aber ich bin ja nun mal ein höflicher Mensch. Er führte mich in eine etwas zwielichtige Gegend. Irgendwie wollte er mir verdeutlichen, dass es so nicht weitergehen kann und er bot mir einen Haufen Geld an, wenn ich ihn von nun an in Ruhe lassen würde. Gerade dachte ich darüber nach das Angebot anzunehmen, als aus einer dunklen Ecke ein paar sehr obskure Typen auftauchten. Ich lief so schnell ich konnte, doch ich habe nicht gewusst, dass es sich um eine Sackgasse handelte. Also versteckte ich mich unter einem Auto und hoffte, die Typen hätten das nicht mitbekommen. Aus der Ferne hörte ich dann eine ziemliche Rauferei, ich verstand kein Wort (ich kann ja kein Göteborgisch).

Nach drei Stunden wagte ich es dann aus meinem Versteck zu krabbeln. Ich schlich ganz vorsichtig an den Gebäuden entlang, als ich an der Stelle vorbeikam, wo ich meinen Chef verlassen habe, überkam mich das Grauen. Die ganze Wand war voll von Blutspritzern. 20160422_164851Nun stand ich völlig unter Schock und mir tat mein Chef wirklich leid. Da von ihm keine Spur zu finden war, ging ich in sein Hotel und wollte der Familie mitteilen, was da Schreckliches geschehen war.

Die Eltern von meinem Chef fingen dann plötzlich laut an zu lachen und ich verstand die Welt nicht mehr. Sie erklärten mir, dass die ganze Sache von meinem Chef eingefädelt wurde und die Blutspritzer wären ein Becher Rote-Beete-Smoothie, aber ich sollte ihren Sohn ab jetzt mal etwas in Ruhe lassen, denn sie könnten nicht versprechen, dass nicht mal aus Spaß auch Ernst werden könnte.

Von da an habe ich mich dann erstmal ferngehalten von der ganzen Sippschaft, die scheinen ja alle etwas durchgeknallt zu sein. Stattdessen habe ich mir dann noch ein paar schöne Tage in Göteborg gemacht und für Frau Müller-Liebelein habe ich dann auch noch ein paar Geschenke mitgebracht.20160422_103840

Zurück zu Hause hat meine Mutter dann die Spitzenware entdeckt und war ganz entzückt, dass ich ihren Geschmack so gut getroffen habe. Na ja, dann muss Frau Müller-Liebelein halt noch etwas warten.

In der Bücherei bin ich seither noch nicht wieder gewesen, aber ich denke ich vergebe meinem Chef und werde nächste Woche mal wieder anfangen zu arbeiten, schließlich bin ich der weltbeste ehrenamtliche Mitarbeiter. Aber ich überlege mir das noch mal übers Wochenende.

Bis bald euer Rudolph